First Class: Pan Am

Seitdem amerikanische Serien so gut sind, gehe ich nicht mehr ins Kino. Erst war ich von Lost abhängig und habe ich einer Session elf Folgen am Stück geschaut, wobei ich von dem Ende nach der sechsten Staffel enttäuscht war. Nachschub kam mit Heroes, Breaking Bad, Mad Men, True Blood (Vampire! Sex!), Dexter, Harper’s Island, Hawaii Five-O, The Mentalist und Person of Interest mit dem rasend gutaussehenden James “Jim” Caviezel. Ich sitze also nonstop vor der Glotze.

Seit gestern habe ich eine neue Sucht: Pan Am. Mad Men kann einpacken. In der ABC-Produktion mit Christina Ricci in der Hauptrolle der Purserette Maggie Ryan geht es um vier Stewardessen in den Sechziger Jahren. Damals hießen die Frauen noch nicht “Saftschubsen”, Fliegen war Luxus und Pan Am galt als “The most glamorous way to fly“. Stewardessen sprachen mehrere Sprachen und waren Stars über den Wolken. Kleine Mädchen träumten davon wie sie in einem blauen Kostüm um die Welt zu jetten. Weiße Handschuhe und Hütchen waren Pflicht, ebenso wie das Wiegen vor einem Flug. Klingt krass, aber Frauen hatten damals die Wahl: Mit 22 Jahren den Nachbarsjungen heiraten und eine Familie gründen oder – ‘was erleben. Manche hatten zu dieser Zeit noch nicht einmal einen Pass.

Man könnte sogar behaupten: Die Pan Am-Girls sind Vorreiterinnen der Emanzipation, ohne ihre Weiblickeit aufzugeben. Nach Feierabend geht die Clique in Paris, Berlin, Monte Carlo oder Jakarta auf die Rolle. Dafür wird sich in Schale geworfen. Ich kann mich an den Sanduhren-Figuren, Lidstrichen, Bleistift-Röcken, Seidenblusen, Köfferchen, Pillbox-Hüten, Cat Eye-Sonnenbrillen, Pelz-Stolen und Lockenwickler-Frisuren gar nicht stattsehen. Ganz zu schweigen von den beiden Piloten. Es geht um Liebe, Affären, Egos, den Kalten Krieg und Spionage. Wenn ihr Sex and the City mochtet und die Kostüme in Mad Men bewundert, MÜSST ihr Pan Am sehen. Laut “Hollywoodreporter” hat sich ProSieben bereits die Rechte gesichert.





