Type and press Enter.

Arctic Parka

alexa-peng-woolrich-arctic-parka

Als ich dieses Foto auf meinem Instagram-Account gepostet habe, gab es viele kritische Kommentare. (Übrigens nur bei mir, nicht bei den Bloggern, die an diesem Tag ebenfalls in den neuen Berliner Woolrich Shop eingeladen waren.) Ja, ich trage Pelz. Mein erster Woolrich Artic Parka ist über zwölf Jahre alt und jeder Mann, mit dem ich je zusammengelegt habe, hat ihn auch getragen.

Jedes Jahr wurde die Jacke gereinigt, damit sie pünktlich zum Winterbeginn wie neu war. Das hat all die Jahre funktioniert, jetzt ist der Parka durch und der Kojotenfellbesatz abgewetzt. Letzte Saison habe ich einen 20-Euro-Parka von Zara mit Kunstfell an der Kapuze gekauft und dauernd gefroren.

Wer in Berlin lebt, der weiß: Spätestens im Januar wird es arschkalt. Es gibt Winter mit Minus 18 Grad Celsius und wochenlang Eis auf den Straßen. Trotz Skiunterwäsche und Nierenwärmer bekomme ich immer eine Blasenentzündung und will deshalb keine Kompromisse machen.

Natürlich finde ich es nicht schön, wenn Tiere wegen mir sterben müssen. Ich esse deshalb wenig Fleisch (niemals Wurst, Hühnchen oder Schwein), aber ich esse es, genauso wie ich Schuhe und Handtaschen aus Leder trage. Lebewesen ist Lebewesen, da mache ich keine Unterschiede.

Tillman Prüfer schrieb in seiner Stilkolumne für die Zeit: “Ob es moralisch vertretbar ist, sich das Fell eines Tieres um den Kopf zu binden, muss jeder für sich entscheiden – so wie man es auch mit dem eigenen Gewissen vereinbaren muss, das Fleisch eines Schweines zu essen, das ja ein nicht minder empfindsames Wesen als der Kojote ist.”

Also trage ich diesen Parka bewusst und voller Dankbarkeit und sehe ihn nicht als Modetrend. Im Gegenteil: Auf die nächsten zwölf Jahre in Berlin!