Aubergine vs. Quinoa: Lunch in der Factory Kitchen

Aubergine vs. Quinoa: Lunch in der Factory Kitchen

Es kommt wieder der Tag, an dem ich mich beim lieben Gott für das Essen vor meiner Nase bedanke. Das letzte Mal hatte ich so einen Moment im Si An in der Kollwitzstraße. Meine Freundin Stefanie war Zeugin, wie ich andächtig vor einer Schüssel Tofu-Curry und Mangosalat saß und dem lieben Gott für dieses leckere Gericht dankte.

Damals war vietnamesisches Essen noch ganz neu in Berlin und ich war von der Frische und Aromen überwältig. Inzwischen weiß ich gar nicht, was ich ohne Sommerrolle machen würde. Aber jeden Tag will ich die Dinger auch nicht essen, wobei es die besten meiner Meinung nach in einem kleinen Imbiss namens Saigon New auf der Prenzlauer Allee gibt. Ambiente 4-, Essen 1+.

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Lunch ist auch so ein Berlin-Ding und jeder streitet sich darüber, wo es in Mitte das beste Essen gibt. Klar, kann man sich überall eine günstige Pizza oder XL-Schnitzel reinhämmern – aber als figurbewusster Mensch, der nach dem Mittagessen weiterarbeiten muss und kein Schläfchen auf der Couch machen kann, bevorzuge ich leichte Kost, gerne vegetarisch mit viel Gemüse.

Gestern stand ich am Tresen der Factory Kitchen und konnte mich nicht entscheiden: Aubergine mit geräuchertem Joghurt und Pekannuss oder den Quinoasalat mit wildem Brokkoli? Nach der Dinner-Erfahrung musste ich beides kosten. Was für ein Geschmack.

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Beim lieben Gott brauche ich mich ab sofort nicht mehr für das Essen bedanken, sondern kann direkt in die Küche gehen: Nicholas Patrick Hahn von der Factory Kitchen ist ein Gott in Schürze. Die Aubergine hat eine beinahe zärtliche Schärfe, die durch den Joghurt gemildert wird, die Nüsse sind crunchy und das ganze Schüsselchen eine einzige cremige Schlemmerei. Der Quinoasalat ist super gewürzt, jedes Korn von einer unsichtbaren Soße umhüllt und der Brokkoli knackig, ohne diesen Kohlgeschmack zu haben, der stundenlang Mundgulli macht.

So saß ich den Rest des Nachmittages glücklich und zufrieden auf der Terrasse und genoß den Spätsommer. Der beste Lunch in Mitte? Ich weiß wo’s ihn gibt!

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