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Sommerferien-Special: 5 Gründe, warum man jetzt mit dem Camper nach Kroatien und Slowenien fahren sollte

Nach Normas Tel Aviv Guide geht es heute weiter mit dem Sommerferien-Special auf Alexa Peng! Meine Cousine Julia Feldhausen schrieb mir vor Kurzem eine SMS. Sie sei mit ihrem Freund Simon Kuhn und ihrem Camper in Brandenburg und wolle mal in der Villa Peng vorbeischauen.

Die Beiden waren vorher auf dem Fusion Festival und wollten weiter nach Kroatien und Slowenien.

Drei Wochen Vanlife in einem ehemaligen Eiswagen, den die beiden selbst ausgebaut haben, und dabei die angeblich schönsten Ecken von Europa sehen – Mannometer, war ich auf die beiden neidisch, als sie abends gen Süden weiterfuhren.

Jetzt sind sie zurück und teilen mit uns ihre schönsten Urlaubserinnerungen!

Liebe Juli, lieber Simon: Wie kam es zu der Idee mit eurem “Eisbär” durch Europa zu fahren?

Simon ist mit Sommerurlaub im Camper groß geworden, und hat davon schon lange geträumt. Mich hat er einfach angesteckt, ich war einfach neugierig auf das Vanlife, dass ja gerade einen totalen Hype erlebt. Ursprünglich wollten wir für den Sommer einen Camper mieten, um das einfach mal auszuprobieren.

Das stellte sich dann als wirklich teuer raus. Da haben wir überlegt, einen fertigen Camper zu kaufen und nach dem Sommer wieder zu verkaufen. Soweit die Theorie. Zwei Monate später standen wir dann allerdings mit einem 23 Jahre alten, vollausgestatteten Eisverkaufswagen aus dem Saarland da, 300.000 Kilometer auf der Uhr und seit Jahren nur noch abgemeldet in der Garage gestanden. Und das drei Monate vor unserem beantragten Sommerurlaub.

Wie findet man heraus, welcher Bus der richtige für so eine Reise ist?

Wir haben uns relativ schnell auf den Mercedes “Bremer” eingeschossen. Er ist einfach sehr hübsch, hat Oldtimer-Charme, aber ist noch nicht uralt, solide Technik und mit normalem Führerschein zu fahren. Gleichzeitig waren wir etwas genervt von den durch den VW-Kult verursachten, absolut unfassbaren Preisen für vergleichbare VW-Busse. Nicht nur für die Fahrzeuge, sondern auch für Ersatzteile und Zubehör.

Leider ist der Bremer aber sehr selten geworden und die meisten angebotenen Fahrzeuge stellten sich sehr schnell als totale Rostlauben heraus. Die wenigen gut erhaltenen Modelle auf dem Markt waren viel zu teuer für uns. Dann hat Simon nach intensiver Suche eine Anzeige mit schlechten Bilden von dem Eisverkaufswagen gefunden. Wir sind auf gut Glück ins Saarland gefahren und konnten gar nicht glauben, wie gut der Zustand auf den ersten Eindruck war. Ein echter Scheunenfund. Es folgte ein langer Verhandlungskampf mit dem Eisverkäufer, aber wir hatten uns total in den Wagen verliebt und nicht locker gelassen.

Was hat der Bus samt Ausbau ungefähr gekostet?

Im Endeffekt mussten wir die komplette Eisausstattung mit kaufen, deshalb wurde es teurer als geplant. 6.000 Euro haben wir für alles bezahlt. Die Kühltruhen und die Sahnemaschine konnten wir aber weiter verkaufen, so dass wir netto etwa 4.500 Euro für den Wagen bezahlt haben.

Was wir in den folgenden Monaten in Restauration der Karosserie, Reparatur, Austausch und Überholung unzähliger Teile des Motors und der Technik, Möbelbau, Solarzelle und Campingzubehör ausgegeben haben, können wir nur grob schätzen. Da wir nur ca. drei Monate für das gesamte Projekt hatten, fehlen auch immer noch ein paar Kleinigkeiten. Insgesamt sind wir aber super zufrieden mit dem Endergebnis und sind wohl irgendwo zwischen 8.000 und 10.000 Euro für alles zusammen gelandet.

Wir haben fast alles selbst gemacht, was die Kosten überschaubar gehalten hat. Simon hat mit der Technik und den Schweißarbeiten den Löwenanteil gestemmt, ich habe ihn unterstützt wo ich konnte und mich um Rollos, Polster und Ausstattung gekümmert. Wir arbeiten beide Vollzeit, das Projekt hat also unser Leben völlig eingenommen in der Zeit, hat uns die gesamte Freizeit und einiges an Nerven gekostet. Auch unsere Beziehung wurde auf eine ziemliche Probe gestellt, da der Zeitdruck einfach immens war und die Prioritäten nicht immer die Gleichen. Zum Glück hat es uns nur stärker gemacht!

1. So ein Busausbau macht eine Beziehung stärker
Wie sah eure Reiseroute aus?

Kurz nachdem wir TÜV bekommen haben sind wir zu einer dreiwöchigen Reise über Ostdeutschland und Österreich nach Slowenien und Kroatien aufgebrochen. Wir hatten nicht viel Zeit für die Planung, weil wir Tag und Nacht mit dem Ausbau beschäftigt waren, unser Urlaub war ja schon lange eingereicht. Wir sind einfach losgefahren und hatten den groben Plan, bis an die kroatische Adria zu kommen.

Was hat euch am besten gefallen?

Über die Landstraßen in diesem unglaublichen Sommer durch Ostdeutschland zu fahren, war wunderschön und total spannend. Wir haben so viel Neues entdeckt!

2. Man entdeckt viel Neues. Slowenien zum Beispiel!

Wirklich überrascht hat uns dann Slowenien. Wir hatten schon hohe Erwartungen, da wir viel Positives gehört hatten. Aber es hat wirklich alle Erwartungen übertroffen. Besonders der Triglav Nationalpark in den julischen Alpen ist von einer gigantischen Naturschönheit, das hat uns immer wieder richtig sprachlos gemacht!

Zu welcher Jahreszeit sollte man am besten dorthin reisen?

In den Alpen bietet sich natürlich der Sommer an, wenn man nicht frieren will. In Kroatien war es dann wirklich heiß. Als uns das zu viel wurde, sind wir einfach zurück in die Berge gefahren – diese Freiheit ist ja das Schöne am Vanlife.

Wo schläft man am besten?

Auf Krk gibt es jede Menge riesige Campingplätze für deutsche Wohnmobilfahrer. Um die haben wir einen weiten Bogen gemacht und haben ein paar Nächte in einem Agroturismo Campingplatz in einer sehr romantischen alten Olivenplantage verbracht. Zwischendurch haben wir ein paar Nächte an einem einsamen Strand campiert. Wild campen ist in Kroatien zwar nicht erlaubt, aber wir konnten einfach nicht widerstehen. Morgens mit Blick auf das türkisblaue Meer und mit dem Plätschern der Wellen aufzuwachen, war einfach zu verlockend.

3. Das Schöne am Vanlife: die Freiheit

In Slowenien haben uns die kleineren Camps im Triglav Nationalpark gut gefallen, sehr familiär und super ausgestattet. Insgesamt haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, uns am selben Tag online kleinere Campingplätze auszusuchen. Wenn man nach Naturcampingplätzen sucht, findet man oft was Schönes. Nur in Kroatien muss man damit aufpassen, sonst wacht man zwischen lauter nackten Deutschen und Engländern auf.

Wo und was habt ihr am liebsten gegessen?

Im Camper ist man natürlich in erster Linie Selbstversorger. Ich habe das Kochen mit den regionalen, frischen Zutaten total genossen, auch wenn man natürlich Platztechnisch ein wenig eingeschränkt ist. Und es gibt nichts Schöneres, als den Duft von frisch gekochtem Kaffee vom Campingkocher am Morgen!

4. Der Duft von frisch gekochtem Kaffee vom Campingkocher am Morgen

Simons selbst gefangene Forelle aus Soča in Slowenien war auch ein totales Highlight. Natürlich sind wir aber auch essen gegangen.

Die Kroaten machen einen sehr leckeren Wein, dazu frischen Fisch, Lamm oder frittierte Calamari – alles köstlich. In Slowenien war es der Käse, der es uns angetan hat, und die dicken Cremeschnitten aus Bled!

Was sollte man unbedingt sehen?

Natürlich die Nationalparks, sowohl in Slowenien wie in Kroatien. Die Natur ist wahnsinnig schön. Im Triglav Nationalpark kann man zum Beispiel wandern, Kanufahren, Mountainbiken, im Bohinj See schwimmen, im Winter auch Skifahren – es ist ein Paradies für Outdoorsportler. Gesehen haben muss man auch den Smaragd-Fluss Soča und die absolute Idylle, die in dem Tal herrscht. Auch Ljubljana ist eine total hübsche, sehr hippe Stadt, und der Kurort Bled ist wie aus dem Bilderbuch.

5. Die Nationalparks in Slowenien und Kroatien

Für Kroatien hatten wir nicht mehr so sehr viel Zeit (der Eisbär ist unaufhaltsam, aber nicht der schnellste), weshalb wir nur bis zur Insel Krk gefahren sind. Die Küstenlandschaft ist zwar recht rau, mit vor allem Kieselstränden und kargen Berghängen, aber das hat einen ganz eigenen Charme. Dazwischen liegen wunderhübsche kleine Fischerorte und Olivenplantagen, auch die historische Altstadt von Krk ist sehr schön. Kroatien hat außer Küste natürlich ein traumhaftes Hinterland. Da gibt es beim nächsten Mal noch viel zu entdecken.

Was darf im Reisegepäck nicht fehlen?

Im Camper hat man ja quasi einen kompletten Hausstand dabei. Leider ist die Garderobe aus Platzgründen eher beschränkt. Feuchte Wischtücher, das Taschenmesser und Mückenspray sind essentiell!

Das schönste Souvenir für dich, Juli?

Da ich viel reise und meine Wohnung aus den Nähten platzt, bringe ich nur noch Gebrauchsgegenstände oder Konsumierbares mit. Sowohl in Slowenien wie in Kroatien verkaufen die Bauern ihre Produkte an Straßenständen – Honig, Olivenöl, dicke Laibe Ziegenkäse – für mich die schönsten Souvenirs!

Würdest ihr wieder hinfahren?

Definitiv! Es gibt noch so viel zu entdecken! Dubrovnik, Split, ganz Dalmatien. Auch Montenegro reizt uns sehr.

Euer nächstes Ziel?

Die Liste ist lang! Skandinavien, das Baltikum, Osteuropa… Der nächste kürzere Urlaub steht schon im September an, wenn das Wetter mitmacht, fahren wir vielleicht in die Normandie.

Danke für das Interview, liebe Juli und lieber Simon!

(Fotos: Julia Feldhausen und Simon Kuhn)