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Surfen: eine Love Story

Angesichts meiner jetzigen Lage ist ein Surfurlaub ganz weit weg. Dabei war ich allein zehn Mal auf Bali. Das letzte Mal vor fünf Jahren. Dann habe ich Fuerteventura für mich entdeckt: Punta Blanca, La Caletas aka “Boneyards” oder German Rights hießen die Spots, an denen wir damals abgehangen haben.

Kurz nach meinem letzten Urlaub auf Fuerte änderte sich mein Leben radikal. Seitdem steht mein Al Merrick Biscuit Surfboard an der Wand und staubt ein. Ich bin es nur 1x gefahren und das war, als hätte ich einen Porsche unter dem Hintern bzw. Füßen. Der Adrenalinkick beim Surfen macht süchtig, auch wenn es mich immer Wochen kostet, bis ich sowohl in den Armen als auch im Kopf die Kraft habe, eine Welle runterzuspringen.

Doof, wenn man so ein Hobby hat, das der Partner nicht teilt. Trotzdem sage ich immer wieder zu Flori bzw. frage ihn: “Fährst du mit mir surfen?” Er lacht dann und ich weiß die Antwort: Wahrscheinlich nie. Nächstes Jahr werde ich 40 und bin dann Mutter einer kleinen Tochter. Kann ich dann überhaupt noch surfen?

Auf Bali habe ich gelernt: Jeder kann surfen. Egal wie alt, dick, dünn, groß, klein, männlich oder weiblich man ist. Die besten Surfer im Wasser waren immer die australischen Opas mit dicken Bierbäuchen und die balinesischen Kinder, die in Unterhosen ins Wasser sprangen und wie kleine Entchen aussahen. In diesem Sinne: “See you in the water!”

(Fotos: Love Stories)