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Trotteur

Der Mann an meiner Seite liebt mich, meine Familie ist – toi, toi, toi – halbwegs gesund und ich habe ein schönes Altbau-Dach über meinem Kopf. Natürlich brauche ich keine neue Tasche, um glücklich zu sein, denn ich bin glücklich – abgesehen davon, dass ich dieser Tasche sowieso für immer hinterhertrauern werde. Aber die Céline Trotteur Bag ging mir nicht aus dem Kopf und nichts ist schwachsinniger, als nonstop an eine Tasche zu denken. Also musste etwas geschehen!

Letzte Woche dann eine überraschende Wendung: Eigentlich wollten wir in einem meiner Berliner Lieblingsrestaurants Dottir essen gehen, weil wir ausgemacht haben mindestens 1x im Monat als Paar etwas Neues zu erleben, damit wir uns nicht nur beim Seriengucken anpupsen und irgendwann feststellen, dass wieder uns weder heiß, noch interessant finden.

Wir waren ein paar Minuten zu früh in Mitte, der Parkplatz lag um die Ecke von The Corner Berlin, einem Concept Store, für dessen Onlineshop ich vor einiger Zeit gearbeitet habe und demnach weiß, was für feine Täschchen dort in der Auslage liegen: Balenciaga, Valentino, Saint Laurent und nicht zu vergessen Céline, jenes französische Luxuslabel, auf dessen Name die meisten Frauen mit Herzaugen-Emojis reagieren. Angesichts von diesem Video fühle ich mich zwar schlecht über derartige Konsumschweinerein zu schreiben, aber so isses nu’. Immerhin habe ich die Plisséehose bei Zara hängen lassen!

Wir gehen also rein bei The Corner, drehen ein paar Runden, immer wieder an dem Glaskasten mit der Céline Trotteur Bags in verschiedenen Farben vorbei, und dann sagt Flori: “Lass’ sie dir doch mal zeigen.” Ich so: “Von dem Geld können wir in den Urlaub fahren.” Er: “Ach, komm’ schon.” Ich so: “Was ist denn mit dir los?” Er, sonst den größten Igel in der Tasche, lachte.

Also schwang’ ich mir drei Taschen um die Schultern: Die kleine Trotteur in Schwarz und Taupe und die mittlere Größe ebenfalls in Schwarz. Die Nummer Sicher wäre das schwarze Modell gewesen, aber die kleine Helle und ich alte Quarktasche – match made in heaven!

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Der Mann ging zur Kasse und bezahlte. Danach habe ich vor der Tür vor Jubel geschrien und gequietscht – der Beweis, dass Taschen doch glücklich machen. Beim Dinner im Dottir stand die Tüte mit der Tasche unter dem Tisch und ich musste sie zwischen den Gängen (Highlight diesmal: Heilbutt mit Pilzpüree, so lecker!) immer wieder rausholen und anschauen. Es ist Liebe.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Mein Geburtstagsgeschenk letztes Jahr ist ins Wasser gefallen, den Reisegutschein für dieses Jahr konnte ich wegen der Eröffnung der Factory Kitchen (Berlins Best Dinner ab 1.9.2016!) bislang nicht einlösen und Weihnachten ist mit dieser Tasche auch abgegolten. Also: Win-Win-Situation für beide.

Trotteur bedeutet übrigens “zum Gehen geeignet” (eigentlich sind damit Schuhe gemeint) und das erklärt den Zauber dieser Tasche. Sie ist perfekt für den Tag, wenn man ohne viel Gepäck loslaufen und etwas Neues entdecken möchte. Das ist mein Mantra für dieses und auch das nächstes Jahr: Weniger in der Bude hocken, mehr draußen sein. Egal wo.

Tasche: Céline (gibt’s u.a. manchmal auch hier) || Denim-Hemd: Closed (so ähnlich hier) || Jeans: Acne Skin 5 || Schuhe: Adidas Stan Smith || Sonnenbrille: Céline New Audrey Sunglasses in Dark Havana (so ähnlich hier) || Sternchen-Armband: VONHEY || Ringe: Thomas Sabo, Anna IJ (mit Sternchen)