Milk Bar Pie (Ex-Crack Pie) – meine Version mit Erdbeeren und Crème fraîche

Milk Bar Pie (Ex-Crack Pie) – meine Version mit Erdbeeren und Crème fraîche

Netflix-Fans wissen: Das Original-Rezept für den Crack Pie stammt von Christina Tosi. Die Gründerin der New Yorker „Milk Bar“ stellte ihren Puddingkuchen mit Keksboden in einer Folge „Chef’s Table“ vor. Seit der TV-Sendung gilt das Dessert als Kult. Aus Respekt vor Drogensüchtigen heißt es seit 2019 jedoch offiziell „Milk Bar Pie“.

Der Milk Bar Pie ist ein Zufallsrezept, das nach Feierabend im Momofuku Restaurant entstand. Die Crew fand den Kuchen so lecker, dass sie fragte, ob da Crack drin sei. Tatsächlich fällt es schwer nur ein Stück davon zu essen. Vor allem in Kombi mit Erdbeeren und Crème fraîche.

Christina Tosi ist bekannt dafür Dessert aus ihrer Kindheit modern zu interpretieren. Die Vorlage für den Milk Bar Pie ist ein in den Südstaaten bekannter Kuchen namens „Chess Pie“. In England oder Frankreich wird eine Zitronentarte ähnlich gebacken. Das bedeutet:

Die Zutaten sind denkbar einfach, das Ergebnis umwerfend. Denn wie alle guten Dinge im Leben besteht auch der Milk Bar Pie vor allem aus Zucker, Butter und Eiern.

Ich wollte den Milk Bar Pie gleich nach der Sendung ausprobieren, ebenso Christinas Konfetti-Geburtstagskuchen (das Rezept dafür findet ihr u.a. hier). Weil wir noch immer keinen Ofen haben, kann ich solche Projekte leider nur schwer umsetzen. Da jetzt aber die Erdbeer-Saison beginnt, wollte ich zumindest den Milk Bar Pie in Mini-Format in unserem Elektro-Ofen nachgebacken. Die erste Version ging voll in die Hose. Viel zu viel Fett, zu viel Zucker und ich konnte nicht abwarten ein Stück zu probieren, bevor der Kuchen ausgekühlt war.

Danach habe ich mir erlaubt ein paar Anpassungen vorzunehmen. Wer eine Pieform mit gewelltem Rand hat, bitte diese verwenden – ich hatte nur eine kleine Springform (Durchmesser 18cm). Die Amis backen gerne in Aluschalen, was ich aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht machen würde. Außerdem habe ich bei meinem zweiten Versuch deutlich weniger Zucker, Milchmädchen statt Milchzucker und ein bisschen Zitronenabrieb verwendet.

Darüberhinaus habe ich die Freveltat begangen den Keksboden nicht selber zu backen, sondern fertige Haferkekse mit ein paar Haferflocken in unserem Cookit zu zerschreddern. Das funktioniert super und spart einen Arbeitsschritt. Denn im Original-Rezept stecken keine Zauberzutaten. Da tut’s ein einfacher Keks aus dem Supermarkt oder vom Schweden, am liebsten in Bio-Qualität und mit Rohr- statt Industriezucker, auch.

Das Gute ist: Man kann bei diesem Kuchen – selbst ich als Back-Dummie, der noch nicht mal einen richtigen Ofen hat – nicht viel falsch machen. Ich habe wie bereits erwähnt die Zuckermengen deutlich reduziert und zwischendurch den Guß abgeschmeckt, ob mir die Süße ausreicht. Die Amerikaner*innen haben einen viel süßeren Zahn. Wie ihr es am liebsten mögt, ist eure Geschmackssache. Die einzige Kunst ist es, den Milk Bar Pie nach dem Backen vollständig auskühlen zu lassen und über Nacht im Kühlschrank zu lagern, bevor man ihn serviert. Das ist aber wirklich wichtig, weil sonst der ganze Spaß zerfällt. Merke: Die Butter muss wieder fest werden, damit der Kuchen schnittfest wird.

Original Milk Bar Pie Rezept für eine 25 cm große Pieform:

Das solltet ihr im Haus haben:

1. Für den Cookie (oder so wie ich eine 175 g Packung Haferkekse und 2 EL Haferflocken verwenden):
  • 115 g Bio-Butter
  • 75 g Rohrohrzucker
  • 40 g Zucker
  • 1 Bio-Eigelb
  • 80 g Mehl (ich würde Dinkel Type 405 nehmen)
  • 120 g kernige Haferflocken
  • 1/4 TL Weinstein Backpulver
  • 1/4 Natron
  • 1/2 TL Meersalz
2. Für den Cookieboden:
  • 55 g Bio-Butter, geschmolzen
  • 15 g Rohrohrzucker (bei fertigen Keksen braucht man m.E. keinen weiteren Zucker)
  • 1/4 Tl Salz (optional weniger)
3.  Für die Füllung:
  • 250 g Zucker (optional weniger)
  • 120 g brauner Zucker (optional weniger)
  • 2 EL gezuckerte Kondensmilch („Milchmädchen“)
  • 30 g feiner Maisgries (Polenta)
  • 1 TL Salz (optional)
  • 1 Päckchen Bio-Butter, geschmolzen
  • Mark von 2 Vanilleschoten (oder Bourbon Vanille-Aroma)
  • 150 g Crème fraîche
  • 6 Eigelb
  • Bio-Zitrone
Außerdem:
  • 4 Rührschüsseln
  • Handrührer
  • Teigschaber
  • Küchemaschine
  • Pie- oder Springform
  • Puderzucker zum Bestäuben
  • Frische Erdbeeren
  • Crème fraîche (Schlagsahne geht auch)

So geht das Rezept:

  1. Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier bereitstellen.
  2. Für den Cookieteig alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker in einer weiteren Schüssel schaumig schlagen. Eigelb zugeben und 2 Minuten weiter aufschlagen. Das geht mit einem Handrührer oder einem Schneebesen. Alle Zutaten zusammengeben und zu einem Teig verarbeiten. Den Cookieteig auf dem Backblech glattstreichen. 15 Minuten backen, bis der Cookie goldbraun ist. Auskühlen lassen.
  3. Für den Cookieboden den frisch gebackenen Keks oder die Fertigkekse zerkrümeln. Mit den fertigen Haferkeksen geht das am besten einer Tüte mit Fleischklopfer oder in der Küchenmaschine. Ich habe den Cookit verwendet. Das Ziel: Eine Art Cookie-Mehl, das mit der geschmolzenen Butter und ggf. einer Prise Salz zu einer klebrigen Masse vermengt wird. Weiteren Zucker hier bitte nur optional zuzugeben; ich finde es ist schon ziemlich süß! Die Cookiemasse in die Kuchenform geben und am Rand schön fest andrücken.
  4. Den Ofen wieder auf 175°C vorheizen. Für die Kuchenfüllung die Butter vorsichtig in einem Topf schmelzen. Nicht zu heiß! Parallel den Maisgries und Milchmädchen in einer Schüssel verrühren. Geschmolzene Butter und Vanillemark zugeben und gut verrühren. Ich mache das mit einem Schneebesen. Eier trennen. Die Eigelbe und Crème fraîche mit den anderen Zutaten so lange verrühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Noch mehr Zucker? Ich finde nicht! Etwas Zitronenschale abreiben und dazugeben. Die Füllung in die Springform auf den Cookieboden gießen.
  5. Auf dem mittleren Rost für ca. 15-20 Minuten backen. Zwischendurch mal checken, ob die Füllung oben schon bräunt. Dann die Temperatur auf 160°C reduzieren und den Milk Bar Pie weitere 10-15 Minuten backen. Die Füllung sollte goldbraun sein und sich noch etwas bewegen.
  6. Den Kuchen dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Anschließend am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen. Eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Die Kruste mit Puderzucker bestäuben. Mit frischen Erdbeeren, Crème fraîche oder Schlagsahne servieren.

Und? Macht wirklich süchtig!

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