ETFs, Einzelaktien-Hype & Krypto-Fomo: Die 5 wichtigsten Lektionen aus dem Live Talk mit Evergreen Gründer Iven Kurz

ETFs, Einzelaktien-Hype & Krypto-Fomo: Die 5 wichtigsten Lektionen aus dem Live Talk mit Evergreen Gründer Iven Kurz
[IN KOOPERATION MIT EVERGREEN ]

Als Journalistin hinterfrage ich Themen immer auch kritisch. Vor allem dann, wenn ein Trend ausschließlich gelobt wird. Zum Beispiel ETFs („Exchange Traded Funds“) oder Krypto-Währung. Seit einiger Zeit klamüsere ich meine Altersvorsorge auseinander und will mich für die Zukunft besser aufstellen. Mehr dazu hier und hier. Im Instagram Live Talk hat der Evergreen Gründer Iven Kurz viele dringende Fragen zum Thema Altersvorsorge und Finanzen beantwortet. Das betrifft sowohl mein berufliches als auch privates Interesse.

Insbesondere ETFs werden zur Zeit von vielen Medien als Nonplusultra gefeiert. Anders als Spardosen, Tagesgeldkonten oder neue Lebensversicherungen, die entweder zu teuer sind oder das Geld nicht vor der Inflation schützen. Sparen reicht also nicht mehr, das Geld muss angelegt werden. Schon mit 25 Euro im Monat, so heißt es, könne man loslegen.

Was ich daran problematisch finde: Es wird uns Glauben gemacht, dass wir dank ETFs innerhalb der nächsten Jahre reich werden könnten. Das gilt auch für den Hype rund um Krypto-Währung, die längst nicht mehr nur die Millennial-Anleger*innen lieben. Ich selbst habe gerade einen 7-wöchigen Workshop dazu absolviert und kleine Beträge in Bitcoins und Ethereum investiert.

Aber wie bewertet ein echter Finanz-Profi den ETF- und Krypto-Trend? Was weiß er ganz sicher aus seiner jahrelangen Erfahrungen, wovon ich keine Ahnung habe? Iven Kurz arbeitete bei zwei Traditionsbanken in Frankfurt am Main und verwaltete große Vermögen sowohl von Privatleuten als auch Institutionen, bevor er in seiner Heimatstadt Leipzig den digitalen Vermögensverwalter Evergreen gründete. Das war 2018. Die Wirtschaftswoche wählte den Robo Advisor jetzt gleich zweimal auf Platz 1 für Sparpläne und Einmalanlagen ab 5.000 Euro. Warum? Die Gebühren sind günstiger, die Kostenstruktur transparent. Ich nenne Iven gerne den „Robin Hood der Finanzbranche“, weil er Privatanleger*innen das Mitmischen an der Börse nicht nur vereinfacht, sondern vergünstigt. „Viele Robo Advisor machen durch versteckte Kosten den finanziellen Nutzen zunichte“, sagt er.

Das ist auch das Problem vieler ETF-Anbieter. Die Kosten fressen den Ertrag, sodass uns Angeleger*innen am Ende wenig übrig bleibt. Die Sorge beim falschen Anbieter zu sein, habe ich dank meiner Evergreen Pockets nicht mehr. Iven und sein Team managen die Risiken meiner Geldanlage jeden Tag, auch dann, wenn die Aktienmärkte verlieren.

Aufgrund der BaFin-Zulassung kann Evergreen nicht nur zwei eigene Fonds (mehr über Evergreen PDI Yin und Evergreen PDI Yang hier) anbieten, sondern handelt mit Futures statt ETFs. „Futures sind ETFs in günstig und flexibler“, erklärt Iven. „Der Futures-Markt ist der größte Markt der Welt. Das ist gut für die Preise.“ Damit kommt dann auch bei mir als Anlegerin mehr Ertrag an. Was ich noch gelernt habe?

Das sind meine 5 wichtigsten Lektionen aus dem Live Talk mit Evergreen Gründer Iven Kurz

1. Der Wahrheit ins Auge sehen

Das Erste, was man sich eingestehen muss, ist trotz aller Werbeversprechen diese Erkenntnis: Mit der Kapitalanlage wird man vermutlich nicht reich. Es geht vielmehr um die langfristige Sicherung des Lebensstandards in wirtschaftlichen oder privaten Krisenzeiten und im Alter. „Wer reich werden möchte, der muss im Lotto gewinnen, reich heiraten oder einen extrem gut bezahlten Job haben“, sagt Iven Kurz.

2. Sparen ist kein Spiel

Pocket Trader machen Anlegen so einfach wie nie zuvor. Diese Apps erwecken den Eindruck, dass man Millionen mit ein paar Wischs auf dem Handy erreichen kann. „Savings vs. Gaming“ mahnt Iven Kurz – Sparen ist kein Spiel. Man sollte sich nicht dazu verführen lassen sämtliche Ersparnisse auf einer Plattform anzulegen, die den Handel mit Aktien, Krypto-Währung oder Rohstoffen wie Sportwetten aussehen lässt und hintenrum ordentlich Gebühren kassiert. Wer monatlich eine kleine Summe übrig hat, kann natürlich zocken. Aber der Großteil des Geldes sollte vernünftig angelegt werden. Vor allem dann, wenn das Budget klein ist.

3. Einzelaktien nur in homöopathischen Dosen

Die Diversifikation – also breite Streuung des Risikos – ist in Bezug auf Investments das oberste Gebot. Doch muss man wirklich überall mitmischen? Neben ETFs und Krypto gibt es noch einen Hype um Einzelaktien, wie aktuell z.B. die chinesische B2B-Plattform Alibaba oder Elektroautohersteller Tesla. Mit dem Kauf und Verkauf der Gamestop Aktien sind letztes Jahr viele Leute wirklich über Nacht reich geworden. Klar, das klingt verlockend und es wäre schön, wenn man beim nächsten Mal dabei zu sein.

In den Augen von Iven Kurz sind Einzelaktien jedoch zu riskant – das belegen auch empirische Studien.

„Selbst große Unternehmen können pleitegehen oder zerschlagen werden“, sagt er. Bestes Beispiel: die Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008. Die Folge war der Absturz der Aktienmärkte.

Wer es trotzdem unbedingt möchte, kann für sein Portfolio ein paar Einzelaktien dazu kaufen. Aber auch sie sollten nicht der Grundpfeiler der Altersvorsorge darstellen. „Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus“, weiß Iven. Schaut doch mal in unser Gespräch rein:

 

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4. Krypto ist kein Grund für FoMO

Die Blockchain-Technologie ist revolutionär und die Zukunftsperspektiven klingen spannend. Denn durch die Tokenisierung, ein System aus nicht manipulierbaren Formeln, können Verträge und Währungen sowohl fälschungs- als auch inflationssicher gemacht werden. Welche Rolle Krypto-Währung aber tatsächlich in der Zukunft spielt, das weiß keiner.

Hier gilt das gleiche wie für Einzelaktien: Bitte nur einen Betrag investieren, dessen Verlust die private Vorsorge verkraften kann.

Kurzfristig gesehen schwankt der Kurs von Bitcoins & Co. so stark, dass es keinen Sinn ergibt Krypto-Währung der Anlage beizumischen, so Iven und bezieht sich damit auf die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Ich mag die Idee des 50 Euro im Monat „Fuck off“-Fund. 50 Euro Miese kann ich verkraften und investiere diesen Betrag also monatlich in Krypto. Ich lass mich überraschen, was mit meinen Bitcoins und Ether passiert.

So habe ich meine „FoMO“ (engl. „Fear of missing out“) gestillt, konzentriere mich aber auf meine „echte“ Altersvorsorge.

5. Die beste Altersvorsorge

Passives Einkommen – also Geld, das aus Tantiemen oder der Vermietung einer Immobilie monatlich auf das Konto fließt – gilt in Finanzratgeber wie Rich Dad Poor Dad mit als wichtigster Baustein für das Vermögen. Weil man für dieses Geld nicht arbeiten gehen muss.

Eine selbst bewohnte Immobilie wird von vielen Expert*innen dagegen als „Verbindlichkeit“, also fester Kostenfaktor, negativ gewertet. Klar, der Besitz eines Hauses bedeutet, dass man alle paar Jahre größere Investitionen wie eine neue Heizung oder Dach stemmen muss. Aber im Alter stellt die Miete einen der größten Kostenfaktoren dar. Das gilt nicht nur für die Großstädte.

Iven Kurz sagt über Immobilien: „Die selbst bewohnte Immobilie ist die beste Altersvorsorge.“ Er erklärt, warum: „Die ersparte Miete ist steuerfrei, alle anderen Renditen sind nach Steuer.“

Egal, ob man später also eine betriebliche oder private Rentenversicherung ausgezahlt bekommt: Diese Einnahmen müssen versteuert werden. Das gilt auch für Mieteinnahmen, Börsengewinne oder Tantiemen. Es gibt zwar einen jährlichen Freibetrag für Gewinne aus Kapitalerträgen. Für Singles sind es 801 Euro pro Jahr. Für Ehepaare 1.602 Euro pro Jahr. Der Rest des Ertrages jedoch muss versteuert werden. Wer Gewinne von unter 801 € erzielt, muss keine Steuern zahlen.

Was bleibt da unter dem Strich pro Monat übrig? So viel, wie die Miete einer Wohnung in München oder Berlin kostet? Vermutlich nicht. Bis man von Börsengewinnen leben kann, weil der Zinseszinseffekt eintritt, muss eine ziemlich große Summe angespart werden.

Fragt sich nur noch: Und wann ist der richtige Zeitpunkt anzufangen? „Jetzt“, sagt Iven. Es gilt die alte Regel: „Beginning ist half done.“ Es macht Sinn den Schritt in die Selbstdisziplinierung zu gehen und anzufangen. Selbst mit einem kleinen Betrag, der jederzeit erhöht oder gesenkt werden kann.

Deshalb sollte das Depot kostenfrei sein, ebenso wie alle Transaktionen. Achtet auf das Kleingedruckte: Ansonsten fressen die Servicegebühren einen großen Teil eures Ertrages auf.

Die Faustregel lautet deshalb: Die Kosten für einen Sparplan sollten nicht über 1% pro Jahr liegen. Und, habt ihr alles richtig gemacht?

Ich freue mich schon auf die nächsten Themen, die ich in diesem Jahr zusammen mit Evergreen noch vorstellen werde: Frauen & Geldanlage, das neue Evergreen Kinderdepot sowie nachhaltiges Investieren! Denn wenn man Iven Kurz zuhört, dann erkennt man, welche Regel die Allerwichtigste bleibt, wenn es um Finanztrends geht: cool bleiben.

Ihr möchtet testen, ob Evergreen auch was für euch ist? Macht das doch mal einfach! Hier könnt ihr euch anmelden. Evergreen schenkt euch ein Startguthaben von 10 Euro, um die Plattform unverbindlich auszuprobieren. Bei der Anmeldung den Code ALEXAXEG angeben.

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